Die Transportpolizei der ehemaligen DDR.

Remo Kroll

Geschichte der Transportpolizei, Teil 17


Mit der Inbetriebnahme dieser Strecken wurden die ZBK in den Zügen besonders zur Personenkontrolle eingesetzt.

Nachdem sich die Lage auf diesen Strecken stabilisiert hatte, eine durchgängige Ordnung und Sicherheit hergestellt war, wurden die ZBK stufenweise verringert. Nach einer entsprechenden Zeit konnte die Personenkontrolle auf dieser Streckenführung ganz eingestellt werden.

Mit dem Beginn des grenzüberschreitenden Verkehrs der S- und U-Bahn vom Bahnhof Friedrichstraße von und nach Westberlin sollte eine gewissenhafte Personen- und Gepäckkontrolle auf dem Bahnhof Friedrichstraße gewährleistet sein. Zu diesem Zeitpunkt waren die personellen und materiellen Voraussetzungen entsprechend der Spezifik dieser Aufgabe nicht gegeben. Der Leiter der Transportpolizei Bahnhof Friedrichstraße wurde kurzfristig durch den Leiter der zuständigen Abteilung des MdI in die Problematik der Passkontrolle und den damit verbundenen operativen Aufgaben eingewiesen. Auf dieser Grundlage erfolgte die Auswahl und die Einweisung der Offiziere und Wachtmeister, die bis zur Übergabe an das MfS diese Aufgabe realisierten. Die Voraussetzungen hinsichtlich der Abfertigung bzw. der Kontrollmöglichkeiten waren äußerst primitiv, erschwerend wirkten sich auch das Fehlen von einheitlichen Weisungen sowie das Vorhandensein vieler Sondergenehmigungen und unterschiedlicher Dokumente zum Grenzübertritt aus.

Der Umfang und die Spezifik der Teilaufgaben zur Grenzsicherung waren, ausgehend von der Gesamtlage unter gleichzeitiger Erhöhung der Ordnung und Sicherheit im gesamten Bereich der AVT einschließlich der Bewegungssicherung der Streitkräfte, der Be- und Entladung besonders im Raum der Transportpolizei-Ämter Frankfurt/Oder und Berlin, gewissenhaft zu erfüllen. Dazu reichten die strukturmäßigen Kräfte der AVT nicht aus. Die zeitweilige Unterstellung zusätzlicher operativer Kräfte, die ein Vielfaches den bisherigen Kaderbestand überstiegen, stellten an die Führungs- und Sicherungskräfte umfangreiche Anforderungen. Eine weitere Verstärkung in den Bereichen Stab, Politorgan und Versorgungsdienste musste realisiert werden.

Die von den anderen AVT zugeordneten Kräfte mussten mit Ausnahme der Einsatzkompanien erst in Berlin zu Kompanien, selbstständigen Zügen und Kommandos je nach Aufgabe formiert werden. Die Kräfte der AVT und der nachgeordneten Dienststellen wurden am 14.08.1961 kaserniert.

Während der Dauer des Einsatzes, die letzten Abschnitte wurden im Herbst 1962 übergeben, wurden alle zugeordneten Kräfte über den Stab der AVT ohne Unterbrechung bei den Leitern der Ämter oder Reviere direkt geführt. Dadurch verkürzte sich der Befehls- und Meldeweg wesentlich und das Informationswesen war weniger störanfällig. Auch die Kräfte der Nachrichtenabteilung der AVT waren in die Maßnahmen eingebunden. Sie sicherten die ununterbrochene Verbindung vom Stab der AVT zu den Grenzabschnitten und den einzelnen Brückenposten.

Der damalige Chef der Transportpolizei, Generalmajor Ludwig, überzeugte sich mehrmals an Ort und Stelle von der Wirksamkeit der Grenzsicherung auf Reichsbahngebiet. Schwerpunktabschnitte wie den Bereiche Wollankstraße, Gesundbrunnen oder den Bahnhof Friedrichstraße suchte Generalmajor Ludwig in Begleitung des Ministers für Verkehrswesen auf.

Nach Bildung der 1. und 2. Grenzbrigade und deren Unterstellung unter das MdI bereitete die AVT die Übergabe der befohlenen Abschnitte und Bahnhöfe an der Grenze zu Westberlin vor. Die Übergabe fand im September 1962 ihren Abschluss.




 

Der vorliegende Text wurde unter Verwendung folgender Unterlagen gefertigt:

1. Die Geschichte der Transportpolizei 1945-1961, erarbeitet von der Kommission zur Erforschung historischer Probleme der Transportpolizei, Berlin 1969.

2. Erinnerungen des ehemaligen Leiters der Abschnittsverwaltung Transportpolizei Berlin, Oberst a. D. Heinz Schmeisser, zum Thema: Der 13. August 1961, Berlin 1982.