Die Transportpolizei der ehemaligen DDR.

Remo Kroll

Geschichte der Transportpolizei, Teil 10



Im Kampf gegen Erscheinungen der Feindtätigkeit waren die ZBK ein wichtiges Instrument. Auch gegen Wirtschaftsverbrechen waren die Angehörigen der ZBK aktiv. So wurden von den ZBK im Jahre 1951 insgesamt 42 Diebe und 22.229 Schwarzhändler festgenommen. 1954 wurden 50 Wirtschaftsverbrecher unschädlich gemacht. Im Jahre 1952 wurden von den ZBK waren mit einem Gesamtwert von 762.272 DM beschlagnahmt.

Ein wesentlicher Bestandteil der ZBK-Tätigkeit war die Fahndungsarbeit. So wurden 1951 insgesamt 81 und 1954 alles in allem 51 in Fahndung stehende Personen gestellt.

Kriminelle, Saboteure, Spione, gesuchte Verbrecher u. a. Elemente wurden ständig gezwungen, neue Taktiken zum Ein- und Ausschleusen von Waren und Gegenständen aller Art, zur Übermittlung von Spionagematerialien u. a. Dingen zu suchen.

Die vorbeugende Wirksamkeit der ZBK kam darin zum Ausdruck, dass:

 

-         der Aktionsradius und die Tätigkeit des reisenden Verbrechertums mehr und mehr eingeengt wurde;

 

-         sich die Sicherheit der Reisenden und ihres persönlichen Eigentums erhöhte;

 

-         von Agentenzentralen aufgebaute Netze von Nachrichtenschleusen zerrissen und getroffen wurden;

 

-         latente Straftaten entdeckt oder unaufgeklärte Straftaten, besonders im örtlichen Sektor, aufgeklärt werden konnten;

 

-         größere Bahnbetriebsunfälle durch das Abwenden unmittelbarer Gefährdungssituationen verhindert wurden.

 

Eine wesentliche Voraussetzung für den Erfolg war das enge Zusammenwirken mit den Eisenbahnern, dem Mitropa-Personal, der  Bevölkerung und der einzelnen Fachrichtungen der Transportpolizei, insbesondere der Schutz- und Kriminalpolizei. Hierdurch wurden auftretende Schwerpunkte im Kampf gegen feindliche Handlungen und das Schiebertum erkannt und beseitigt.

Die Kriminalpolizei der Transportpolizei hatte in ihrer vorbeugenden und strafverfolgenden Tätigkeit zum Schutz des Eisenbahntransportwesens im Zusammenwirken mit anderen Dienststellen der Schutz- und Sicherheitsorgane beachtliche Erfolge zu verzeichnen. Eine wichtige Rolle nahm die Kriminalpolizei beim verstärkten Schutz der ökonomischen Grundlagen, insbesondere bei der Bekämpfung von Buntmetallverschiebungen nach Westberlin ein. Bis zum 31.03.1950 wurden von den Sicherheits- und Kontrollorganen der DDR 5.500 Tonnen Buntmetall beschlagnahmt.

 

Großer Wert wurde von Seiten der HA Transportpolizei auch weiterhin auf die Verbesserung der Schulung und Ausbildung gelegt, um allen Angehörigen der Transportpolizei hohe polizeifachliche und militärische Kenntnisse zu vermitteln.

Die hierzu vom Leiter der HA Transportpolizei erlassenen Befehle dienten dazu, die Qualität der polizeifachlichen Schulung und der militärischen Ausbildung zu verbessern und die Kenntnisse der Transportpolizisten zu erweitern. In Umsetzung der Befehle wurden in den VP-Abschnitten (T) und Arbeitsstäben des Betriebsschutzes Schieß- und Pionieroffiziere eingesetzt. Weiter wurde mit der Durchführung zentraler Anwärterlehrgänge zur gründlichen Vorbereitung der neu eingestellten Transportpolizisten auf ihre zukünftigen Aufgaben begonnen.

Die Grundvoraussetzung für die Erhöhung der Qualifikation der Transportpolizisten war die weitere Qualifizierung der Offiziere und Unterführer. Im Befehl T 16/54 des Leiters der HA Transportpolizei wurden deshalb Maßnahmen zur Durchführung von Lehrgängen für Offiziere und Unterführer an der VP-Zentralschule (T) Nordhausen angewiesen. Diese Lehrgänge dienten dazu, die Offiziere und Unterführer politisch, polizeifachlich und militärisch weiterzubilden und sie zu befähigen, ihre erzieherischen Aufgaben besser zu bewältigen. Der erste Lehrgang dieser Art begann am 21.04.1954. Die angeführten Maßnahmen der Leitung der HA Transportpolizei führten in den Jahren  1954/1955 zu einer Verbesserung des Ausbildungsstandes in den Dienststellen und Einheiten der Transportpolizei.


Auf Grund eines Beschlusses des Präsidiums des Ministerrates der DDR vom 24.01.1957 wurde der Befehl 6/57 des Ministeriums des Innern und des Ministeriums für Staatssicherheit vom 25.01.1957 erlassen. Durch diesen Befehl wurde die Transportpolizei wieder in die Deutsche Volkspolizei eingegliedert und dem Ministerium des Innern unterstellt. Der damalige Leiter der HA Transportpolizei, Oberst Beiermann, begründete die Bedeutung dieser Veränderung folgendermaßen:

"Mit der Entscheidung der Regierung der DDR, die Grenz-, Bereitschafts- und Transportpolizei dem Ministerium des Innern zu unterstellen, wurde ein wichtiger organisatorischer Schritt zur weiteren Erhöhung der Schlagkraft der bewaffneten Organe unseres Arbeiter- und Bauernstaates getan. Die einheitliche Führung aller zum inneren Schutz bestimmten Kräfte bewirkt, dass alle eventuellen Versuche des Gegners, unsere gesellschaftliche Ordnung anzugreifen, zum Scheitern verurteilt sind."

Mit der Veränderung des Unterstellungsverhältnisses 1957 wurde die Transportpolizei ein Dienstzweig und somit bis 1990 fester Bestandteil der Deutschen Volkspolizei.

Neben den Aufgaben, die für die gesamte Volkspolizei standen, ergaben sich für den Dienstzweig Transportpolizei einige spezifische Aufgaben, die darin bestanden, die Deutsche Reichsbahn als den größten volkseigenen Betrieb der DDR zu schützen und das gesamte schienengebundene Transportwesen sowie dessen Betriebsanlagen zu sichern. Hieraus ergaben sich für die Transportpolizei Pflichten und Aufgaben. Diese waren insbesondere:

 

-          die Erhöhung der Anstrengungen bei der Sicherung des Schienennetzes sowie der Betriebe der Deutschen Reichsbahn;

 

-          der Kampf gegen das Verbrechen auf Eisenbahngebiet als eine Hauptaufgabe der Transportpolizei;

 

-          der Schutz des Transportgutes gegen Diebstähle und Zerstörungen durch unsachgemäße Behandlung desselben, besondere Bedeutung kam dabei            den Ex- und Importgütern zu;

 

-          die Überwachung und Sicherung des Berufs- und Reiseverkehrs sowie Einwirkung auf die ständige Erhöhung der Ordnung und Sicherheit auf                   Reichsbahngebiet im Zusammenwirken mit den Eisenbahnern;

 

-          die Sicherung wichtiger Objekte der Deutschen Reichsbahn wie z. B. stationäre Betriebe und Brücken durch verstärkte Streifentätigkeit und             Standposten.